Beiträge von Gravitar

    Ich habe vor, meinen Seal ohne E-Kennzeichen zuzulassen, da die Benefits übersichtlich sind und ich weder eine Beantragung leisten möchte, noch auf mein derzeitiges Kennzeichen, welches zu lang wäre, verzichten möchte. Stattdessen möchte ich die auch im Ausland anerkannte blaue Plakette mit E an der Windschutzscheibe anbringen, um auch im Ausland die E-Benefits zu haben. Hat jemand schon Erfahrungen gesammelt, ob die Behandlung bezüglich Anerkennung ähnlich sind?

    Mein jetziges Fahrzeug ist dem Seal recht ähnlich, ein Audi A5 2,0TFSI, aktuell 2,5 Jahre alt. Davor ein Volvo XC40 (SUV ist seitdem nicht mehr meins), davor einen MB CLA, davor einen VW Phaeton....


    In der Garage verstaubt noch ein Spaßauto und wird wenig bewegt, ein 6l V12 Biturbo in Gestalt eines MB CL600...


    Der SEAL hat mich technisch überzeugt, LFP, 1.500kg Anhängelast, gute Ausstattung, ein Händler direkt vor Ort, der diese Marke gerade neu ins Portfolio aufgenommen hat und den ich von früher als Opelfahrer (Senator und Omega) gut in Erinnerung habe. Der Einstieg in die Elektromobilität soll preislich überschaubar und für mich technisch überzeugend sein. Mein Freund hat einen Tesla Model S Plaid, hat mir ein wenig bei der Entscheidung geholfen....

    Ich habe die Erfahrung gemacht, und ich habe schon viele Pkw privat veräußert, daß neben einem gewissen Nimbus, viele wollen einfach gerne ABM fahren, zusätzlich die Optik, die Technik und die Ausdauer entscheidend für einen erzielbaren Preis als Gebrauchten sind. Deshalb sehe ich für aktuelle Fahrzeuge mit NMC-Akkus deutlich schwärzer im Verlaufe als für LFP-Akkus, vor allem jenseits der 8-10 Jahre mutmaßlich problemarmer Nutzung Dank ihrer 5.000 statt 1.500-2.000 Vollzyklen. Der SOH wird jedenfalls mit großer Sicherheit viel freundlicher aussehen nach 10 Jahren als bei einem NMC-Akku, macht man nicht alles falsch. Studien belegen das aktuell schon.


    Zusätzlich ist der Seal optisch gelungen und qualitativ durchaus ok. Der weit überwiegenden Mehrheit mit Lademöglichkeit zu Hause wird dann auch ein günstigerer Preis wichtiger sein als 10-20min Zeitgewinn an der Schnellladesäule, daheim laden nämlich alle Akkutypen gleich schnell. Es wird sich noch einiges an der Reichweite zum Positiven verändern, mit 82,5kwh ist man aber gegen Klein- und Mittelklasse absehbar immer noch ganz gut aufgestellt und 300-350km im Winter und 400-450km im Sommer reichen für sehr viele Bedürfnisse aus. Ich mache mir also wenig Sorgen und mache bei mutmaßlich schlechteren Verkaufsbedingungen nichts falsch, wenn ich den Seal einfach 20 Jahre nutze. Studien sagen derzeit aus, daß LFP-Akkus bei guter Behandlung auch bei 18,5 Jahren noch bei grob 75-80% SOH liegen sollten (NMC nur 55-65%, wenn die überhaupt solange halten). Was andere im selben Zeitraum dann mit zusätzlicher Inflation für Mobilität ausgegeben haben, schaue ich mir aus der Distanz an...

    Ich kaufe über Internet-Vermittler, da sind Rabatte zwischen 23 und 40% Nachlass auf den BLP drinne, derzeit beim Passat gut 28% auf BLP. Die sind fast identisch zum id7 (25,5%). Meine letzten Neuwagen sind so zu mir gekommen, insgesamt 6 Stück im Verlaufe. Leasing ist mir zu teuer und zu unflexibel, wobei das derzeit nicht für BEV zutrifft. Dort werden die BEV derzeit maximal gepusht....

    Wie so oft fehlen in solchen Publikationen wie der Frankfurter Allgemeinen die möglichen Rabatte. Einen Passat bekommt man ab 30.620€, als Business ab 34.300€. Der günstigste id7 startet bei 41.200€, jeweils ohne Extras. Man kann diesen Unterschied herausfahren, aber ganz sicher nicht in 3-5 Jahren, zumal der Wertverlust gemäß DAT für Benziner nach 3 Jahren 27% (Restwert 63%) beträgt und der Wertverlust beim BEV in 3 Jahren 51% (Restwert 49%). Diese gravierenden Unterschiede in Anschaffung und Wertverlust können selbst Gratisstromkosten nicht egalisieren, es sei denn, man fährt das Fahrzeug (sehr) lange.


    7.000€ mehr Anschaffung und (9.000:20.500€ Wertverlust) 11.500€ mehr Wertverlust in drei Jahren muss man durch Energieeinsparung und THG erst einmal einsparen....

    Tolles Angebot, da kann man nicht meckern. Wie die bei Audi rechnen, will mir nicht in den Kopf. Du zahlst in drei Jahren 13.000€ Leasingkosten und 5.000€ Anzahlung. Glauben die bei Audi tatsächlich bei einem BLP von 75k€ minus deine 18.000€ Leasing über drei Jahre das jemand die Karre als dreijährigen Gebrauchten für dann 75-18k€=57k€ kauft? Die spinnen, die Römer, oder sie können nicht rechnen. Mehr als 30-35k wird niemand gebraucht für den Hocker rauslegen. Rechnet man da deine 18k drauf, kommt man auf ~50k Neupreis....

    Ich habe schon 6 Neuwagen gekauft (nicht geleast), in den letzten Jahren ausschließlich über Neuwagenvermittlungen im Netz. Gute Rabatte und die vertraglichen Abmachungen wurden bisher zu meiner Zufriedenheit eingehalten. Allerdings kaufe ich immer ein Fahrzeug, wenn es gerade günstig ist, und nie, wenn ich eines brauche. Ich könnte also problemlos meinen Audi noch 17 Jahre weiter fahren, sollte der Deal aus irgendeinem Grund platzen. Dann suche ich halt neu mit mir genehmen Konditionen. Gibt es keine, auch nicht schlimm, warte ich halt Monate oder Jahre, bis sicher ein neuer angenehmer Deal auftut.


    Den Audi verkaufe ich erst, wenn der Seal fast auf dem Hof steht, ich bin als Arzt auf Mobilität angewiesen. Weiß ich über die genauen Zeiten Bescheid, geht der Gebrauchte in den Verkauf. Interessenten gibt's fast immer genug, Familie und Patienten wissen um die Pflege und den Zustand meines Gefahrts und sind oft interessiert, mache ich ein gutes Angebot. So kann ich oft eine normale Inzahlungnahme zu ungünstigen Konditionen vermeiden...

    Hastet man immer den Neuerungen hinterher, kommt man niemals an. Ständig ist in so einem von Innovationen geprägten Umstieg auf Elektromobilität irgendetwas besser und schürt das Verlangen diese Vorteile auch für sich nutzen zu können. Wer so tickt, sollte leasen und diesen Vorteilen hinterherhechten in der Überzeugung, ständig Up to Date zu sein.


    Ich bin da eher auf der nachhaltigen Schiene und es widerstrebt mir, ständig etwas Neues/Anderes haben zu wollen und wieder Ressourcen für meine Unrast zu verbrauchen. Ich möchte Zufriedenheit für eine lange Zeit und suche deshalb genau aus, was diese Bedürfnisse decken kann zu einem Preis, den ich für angemessen halte. Dazu habe und werde ich den Seal mit (meinem derzeitigen) Audi vergleichen und habe auch schon im Detail verglichen. Es gibt einige Dinge, wie Rostvorsorge oder Karosseriefeinabdichtung oder Hohlraumkonservierung, da kann der Seal eher nicht mithalten. Ich werde das im Auge behalten und ggf. ergänzen/nachbessern. Er soll aber lange bleiben. Immerhin haben wir es in der Familie schon geschafft, ein Fahrzeug 20 Jahre und 400.000km am Stück zu nutzen.


    Derzeit darf man gespannt auf den etwa 100.000Fahrzeuge betreffenden Rückruf der VAG-Stromer schauen, betreffend die Hochvoltbatterie, und gespannt sein, ob die, ähnlich wie bei MB die Reichweite und Ladegeschwindigkeit signifikant reduzieren um nicht irgendwann heiß saniert zu werden. Wenn man Fahrzeuge schon 20 Jahre gefahren hat sind solche Störungen in den ersten 5 Jahren nervig und verunsichern massiv. Der Elektromobilität und den Eignern der entsprechenden Fahrzeuge, so sie nicht geleast sind, wird das im Betrieb und ganz besonders beim Verkauf weh tun.....