Imperial, Minerva und Tristar sind sogenannte „Private Label“-Budgetmarken des großen belgischen Reifengroßhändlers Deldo Autobanden. Sie laufen oft im selben Werk (meist bei Auftragsfertigern in China wie der South China Tire & Rubber Co.) vom Band, nutzen identische Gussformen und haben optisch exakt dasselbe Profil.
Dass sie in unabhängigen Reifentests dennoch spürbar unterschiedliche Testnoten erhalten, hat im Wesentlichen vier Gründe:
Die Gummimischung ist nicht zwingend identisch
Auch wenn die Reifen von außen (Profil, Rillen) wie Klone wirken, unterscheidet sich oft das Innenleben. Der Händler steuert die Marken strategisch unterschiedlich aus.
• Während das Profil aus derselben physischen Metallform gepresst wird, kann für Marke A eine leicht weichere, für Marke B eine härtere oder günstigere Gummimischung (Compound) in die Form gespritzt werden.
• Datenanalysen zeigen beispielsweise, dass Minerva innerhalb dieser Markenfamilie manchmal bessere EU-Label-Werte (z.B. bei der Nasshaftung) zugeordnet bekommt als Imperial oder Tristar.
Enorme Produktionsschwankungen (Qualitätskontrolle)
Im Budget-Segment ist die Marge extrem gering. Um die Reifen so günstig anzubieten, wird an der zeitaufwendigen Qualitätskontrolle und an teuren Rohstoff-Stabilisatoren gespart.
• Das führt zu einer hohen Serienstreuung. Ein Reifen, der im Januar produziert wurde, kann sich in seinen Eigenschaften messbar von einem Reifen aus dem Juni unterscheiden, weil die chemische Zusammensetzung der Charge leicht abwich.
• Je nachdem, aus welcher Charge sich die Testmagazine (wie ADAC oder Auto Bild) ihre Testreifen im Handel zusammenkaufen, fallen die Ergebnisse anders aus.