BYD Seal U DM-i einfahren: EV/HEV Nutzung & Einfahrphase – wie macht ihr’s?

  • Habe auch einen BYD Seal U DM-i Comfort. Bevor ich hier eine lange Auflistung beginne: Das Fahrzeug schreibt alle Daten in einer Datenbank mit, welche man selbst auswerten kann.
    Wenn es Dich interessiert wie man die Daten rausbekommt, schau mal hier: https://byd-dm-stats.com/
    Aus beiliegender Liste kannst Du selbst entnehmen, wie es bei mir in der Praxis läuft.
    Zur Erklärung: Ich habe mein Fahrzeug am 27.3.2026 mit KM-Stand 20 übernommen. Alle Einträge davor betreffen Fertigung, Test, Transport, Überstellung.
    Mein persönlicher Eindruck: Man hat es selbst in der Hand, ob man mehr oder weniger verbraucht und kann auch gut steuern, ob man eher Strom oder Benzin verbrauchen möchte. Mir ist es speziell während der Einfahrzeit sehr wichtig, dass ich den Benzinmotor immer so nutze, dass er nicht nur einige Sekunden läuft, sondern - wenn er läuft - dass er gleich längere Zeit läuft und eine ordentliche Betriebstemperatur erreicht. Denn Kaltlauf ist für Benzinmotoren nie wirklich gut.

    Wie funktioniert das genau? Ich musste nach Anmeldung nur manuell mein Fahrzeug hinzufügen, und dann? Muss ich das alles manuell eingeben, nee oder?

  • So, also bald kommt er ja nun hoffentlich, aber bis es so weit ist, stellen sich mir immer wieder neue Fragen.


    Z.B. Thema Einfahren vom Benziner........muss das noch oder ist das nicht mehr so prägnant wie "früher"

    Bei BMW hatte ich eine 2.000 km lange Einfahrphase mit anschließendem Einfahrservice. Die haben das also sehr ernst genommen und ich dem entsprechend auch.


    Wie sieht es denn beim DM-i aus? Denn mein Plan ist es ja eigentlich, dank vorhandener PV-Anlage, quasi fast immer rein elektrisch unterwegs zu sein.

    Am WE mal in Spreewald, aber das wären ja dann nur 100 km mit Verbrenner, da Ferdinand ja knapp 125 km rein elektrisch fahren soll.

    Ab und an mal nach Leipzig, aber selbst dann würde ich ja den Tank kaum leer kriegen.

    Ist es also schlimm oder nicht gut für den Benziner, wenn ich erst nach 4.000 km wieder tanken muss, der Verbrenner also kaum genutzt wird?


    :/

  • Zitat

    Ist es also schlimm oder nicht gut für den Benziner, wenn ich erst nach 4.000 km wieder tanken muss, der Verbrenner also kaum genutzt wird?

    Das kannst Du natürlich halten wie Du willst. Die Betriebsanleitung ist da aber sehr klar:
    Für den Antriebsstrang ist ein Einfahren erforderlich. Es wird empfohlen, diese für die ersten 2.000 km im ECO-Modus durchzuführen, ruhig zu fahren und hohe Geschwindigkeiten zu vermeiden. .......

    Vermeiden Sie eine Notbremsung innerhalb der ersten 300 km. ● Fahren Sie nicht zu lange mit einer einzigen Geschwindigkeit. ● Der Einsatz von HEV im Einfahrzeitraum darf nicht weniger als 50 % betragen.
    Nachdem das Fahrzeug sehr exakt mitschreibt (und wahrscheinlich auch an das BYD-Mutterschiff sendet) wie viel mit welchem Modus gefahren wurde, habe ich es so gehalten, dass ich Anfangs absichtlich herausgefordert habe, dass der Benzinmotor ernsthaft über längere Zeit mitarbeitet. Also kurze Strecken und Stop-and-Go im EV-MAX-Modus und längere Strecken im HEV mit hoher Akku-Sollvorgabe mit SAVE. Denn es war mir wichtig, dass der BenzinMotor auch ernsthafte Betriebstemperatur erreicht. Nach den ersten zwei, drei Fahrten hat man auch den Geruch des neuen Motors wahrgenommen. Danach gab es keine besonderen Motor-Gerüche mehr.
    Warum habe ich das so extrem getan: Ich möchte nicht mit 15.000km ein Benzinmotor-Problem haben und BYD könnte mir dann nachweisen, dass ich mich nicht an die Betriebsanleitung gehalten hätte. Daher empfehle ich Jedem, dass man sich an die Vorgabe der Betriebsanleitung hält.

    Zwischenzeitlich waren wir schon auf Urlaub in Italien und sind dabei locker über 1000 km mit einer Ladung plus einer Tankfüllung gefahren. Dabei war auch einmal die Autobahn für eine Stunde gesperrt und da kann man es genießen, dass kein Benzinmotor laufen muss, damit die Klimaanlage gut funktioniert.


    Ich würde Dir daher empfehlen während der ersten 2000 km relativ wenig zu laden und jede längere Strecke im HEV-Modus mit hoher Akku-Sollvorgabe und SAVE zu fahren. Danach empfehle ich Dir dafür zu sorgen, dass der Benzinmotor wenigstens einmal pro Woche für mindestens 10 Minuten am Stück laufen sollte. Denn mit höherer Motor-Temperatur kann der Partikelfilter und der Turbo besser leben...

  • Ich kann JohannK57 Tipps nur jedem ans Herz legen. Mich erreichten solche Tipps und Hinweise leider etwas „spät“. Als ich dann das entsprechende Wissen hatte, fuhr ich im Prinzip genauso wie JohannK57 es hier auch schön beschrieben hat. Am Ende hatte ich beim Erreichen der 2.012km 55% EV (1.100km) und 45% HEV (912km). Jetzt leider keine genaue Punktlandung, aber schon sehr gut im Soll bzw. am Richtwert. Es änderte sich aber auch womöglich in den darauffolgenden km auch etwas mehr in Richtung 50/50.


    Mittlerweile bin ich bei 3222km gesamt angekommen. Davon 60% EV und 40% HEV. Unter der Woche fahre ich meist den Akku „leer“ und nutze dann am Wochenende einen SOC von 70% im SAVE Mode um den Benziner auf Touren zu bringen. Am Sonntag wird dann meist wieder vollgeladen für die kommende Woche.


    Ich denke das ich insgesamt die Einfahrphase gut überstanden bzw. mich gut an die Herstellervorgaben gehalten habe, auch wenn mir wegen Unwissenheit einige km am Anfang verloren gingen, und ich den BYD mit seiner DMI Technologie nun so (effizient) nutze, wie es für das Modell gedacht bzw. vorgesehen ist.


    Nachtrag: Ich finde aber auch das die BDA in diesem Fall etwas widersprüchlich ist.


    Auf der einen BDA Seite 131 heißt es:

    Der Einsatz von HEV im Einfahrzeitraum darf nicht weniger als 50 % betragen.


    Dann auf der anderen BDA Seite 249:

    Vor der ersten Wartung sollte das Nutzungsverhältnis des HEV-Modus während der Einlaufphase im ECO- Modus nicht unter 50 % liegen.

    BYD Seal-U DMI Comfort (2025) in TimeGrey, Interior Schwarz, Software V2.2.2

    2 Mal editiert, zuletzt von Geroldin84 ()

  • Aber das stimmt doch dann auch so, nicht unter 50% und mindestens 50%.

    Da hast du natürlich recht. Dann hatte ich das etwas falsch gelesen bzw. interpretiert. ^^

    Dann hoffen wir mal das BYD, im Falle eines Falles bzw. im Worst-Case, mir mit meinen "beim Erreichen der 2.012km 55% EV (1.100km) und 45% HEV (912km)", keinen Strick draus dreht. ?(

    BYD Seal-U DMI Comfort (2025) in TimeGrey, Interior Schwarz, Software V2.2.2

  • Ich bin selbst noch in der Einfahrphase und finde die Formulierung in der Bedienungsanleitung etwas schwammig.


    Dort steht nur "Einsatz von HEV" und nicht HEV mit hohem SOC auf Save. Die 50 % Verbrenneranteil sind nicht genannt. Somit kann man im Fahrmodus HEV auch durchaus fast alles elektrisch fahren, wenn man regelmäßig lädt, ohne dass es im Widerspruch zur Anleitung steht.


    Tatsächlich ist mein HEV-Anteil in den BYD DM STATS deutlich höher als in der Trip-Anzeige im Bordcomputer (das eine summiert wahrscheinlich alles im Fahrmodus HEV und das andere den tatsächlichen Verbrenneranteil).


    Was womöglich für die Garantie relevant ist, bleibt etwas spekulativ. Ich werde bis 2.000 km zwar sicherheitshalber auch erstmal den SOC hochsetzen, aber Vorgabe in der Bedienungsanleitung ist es streng genommen nicht.

  • „Tatsächlich ist mein HEV-Anteil in den BYD DM STATS deutlich höher als in der Trip-Anzeige im Bordcomputer (das eine summiert wahrscheinlich alles im Fahrmodus HEV und das andere den tatsächlichen Verbrenneranteil).“

    • Das stimmt. Da hast du einen guten Punkt. Ich meine nämlich auch in der Einfahrphase beobachtet zu haben das die Tripanzeige im Tacho bei HEV mit SOC 70% und SAVE Mode, erst dann anfing hochzuzählen, wenn der Verbrenner aktiv sich dazuschaltete. Also dürfte auch bei mir, in den genannten ersten 2.012km, in den BYD DM STATS der HEV Anteil höher sein, als der Trip anzeigt.

    BYD Seal-U DMI Comfort (2025) in TimeGrey, Interior Schwarz, Software V2.2.2

  • Die Bedienungsanleitung mal dahingestellt, ich versuche einfach meinen Benziner gut einzufahren, so wie schon immer seit vielen Jahren, und das funktioniert nunmal nur mit langsamen einschleifen der Kolben und aller sich bewegenden Teile. Deshalb die Fahreinstellungen so wählen, häufige Kaltstarts vermeiden, keine überhöhten Drehzahlen etc., und dann hoffe ich das der Motor eine hohe Laufleistung erreicht.

    Seal U DM-i Comfort Boundless Cloud

    Black-Brown bestellt 13.02.26, gebaut 3.3.26, VIN T0186..., seit 16.06.26 unser neues Auto, V2.2.2, Fahrzeugnutzung 2500km-Einfahrzeit geschafft