Laderythmus / Rückfrage zur (Ab)nutzung

  • Hallo zusammen


    Ich würde gerne meinen aktuellen Laderhythmus validieren lassen, bzw. habe eine Rückfrage zu meinen Gedanken... Nach wie vor ist das alles sehr neu für mich und ich will nichts "falsch" machen.


    Ich lade zuhause per AC mit 11 kW / 16 A. Im Fahrzeug ist aktuell folgender Ladeplan eingestellt: Dienstag, Donnerstag und Samstag jeweils ca. 22:30 bis 04:30 Uhr.

    Mein Fahrprofil ist daher eher normaler Alltagseinsatz, keine dauernden Langstrecken. DC-Schnellladen spielt bei mir im Alltag praktisch keine Rolle.


    Fahrprofil: ca. 400km / Woche - 35km zur Arbeit, pro Weg an 5 Tagen die Woche


    Meine Überlegung dahinter war, dass es für die Batterie eventuell schonender ist, wenn das Fahrzeug nicht jeden Tag einen Ladevorgang startet, vor allem wenn nur wenig Kapazität nachgeladen werden müsste.


    In der Praxis vergesse ich dadurch aber häufiger, das Fahrzeug rechtzeitig anzustecken. Daher überlege ich, ob es sinnvoller wäre, den Ladeplan einfach täglich von 22:30 bis 04:30 Uhr laufen zu lassen und das Auto grundsätzlich immer einzustecken, wenn es zuhause steht.


    So sieht meine Akkukapazität pro Woche dann ca. aus


    Tagnach Fahrt grobNachtladung
    Montag84%keine
    Dienstag68%lädt auf 100%
    Mittwoch84%keine
    Donnerstag68%lädt auf 100%
    Freitag84%keine
    Wochenendeje nach Nutzung ca. 75–95%Samstag lädt auf 100%


    Mir geht es konkret um folgende Fragen:

    1. Ist es bei der LFP-/Blade-Battery des BYD Seal problematisch oder unnötig belastend, wenn das Auto täglich kleinere Mengen per AC nachlädt?
    2. Ist ein Ladeplan mit nur 3 festen Tagen pro Woche tatsächlich batterieschonender?
    3. Wäre es im Alltag sinnvoller, täglich ein Ladefenster zu setzen und dafür das Risiko zu vermeiden, das Laden zu vergessen?


    Wie handhabt ihr das beim BYD Seal oder generell bei BYD-Fahrzeugen mit LFP-Akku?

    Danke für eure Einschätzungen.


    PS. Falls das hier bereits in der Form diskutiert wurde, sorry.


    LG

    Marcel

    BYD Seal Excellence - MY 2026 - Indigo Grey / Schwarz

    2 Mal editiert, zuletzt von SwissSeal ()

  • Jetzt nur kurz, später gerne ausführlicher....du kannst beim LFP relativ wenig falsch machen. 🔋😉


    Für alle Interessierten an der Batterietechnik


    byd-seal-forum.de/forum/thread/2103/


    Oder in der Suchmaschine des eigenen Vertrauens Batteriepodcast Fichtner LFP eingeben.

    🖤❤️‍🔥💛Zufriedener Fahrer eines BYD SEAL U DESIGN EV SNOW WHITE 🥰 *Summsi* 10/2024/Version 2.2.0💛❤️‍🔥🖤

  • --> je niedriger der Batteriestand, desto "gesünder" ist es schon für die Zellen. (bis zur einer Grenze von ~20%)

    Jedoch ist es dies nur noch in einem kleinen Ausmaß besser als wenn du bis 100% lädst.


    Veranschaulicht:

    In 10 Jahren hast du noch 90% SOH wenn du dich um nix kümmerst und einfach immer auf 100% lädst und 90,2% wenn du dich drum kümmerst und immer nur in der "gesunden Range" bleibst.


    Wenn man also ehrlich ist, dann muss man sich um nix kümmern und kann bei LFP einfach immer laden.

    Wenn man Perfektionist ist oder einen inneren Monk hat dann kann man sich aber auch drum kümmern.


    Bei dir als Vielfahrer ist das widerrum wesentlich aufändiger als bei mir als Wenigfahrer.

    Ich lad bei Bedard (1x-2x im Monat) auf 75% und wenn ich bei 20% angelangt bin dann erst wieder.


    ________________________________________________________________


    gibt ja aber das Gerücht, dass mit dem nächsten Update dann doch eine Ladebegrenzung kommen soll (ich meine bei CvL ist so ein Menüpunkt schon aufgetaucht)

    Ab diesem Zeitpunkt könntest du im Auto einfach auf "max 60% oder 80%" einstellen und dann jeden Tag laden.


    Alternativ wenn du eine Heimautomatisierung hast (z.B. Homeassistant oder IOBroker), dann könntest du das per Regeln auch jetzt schon realisieren.

  • Ich hatte auch immer überlegt, anzufangen zu laden, wenn ich irgendwo zwischen 5 und 20 % bin und dann bis maximal 70 %. Hat bislang aber nie so wirklich geklappt, denn entweder wurde ich von der Familie genötigt, den kostenlosen Strom zu ziehen oder aber ich wollte das neue Ladeverhalten der Wallboxen hier beim Arbeitgeber testen. Das ist massiv besser geworden, lädt man jetzt dauerhaft mit mindestens 6 kW statt zuvor mit teils 0 kW zwischen 8 und 15 Uhr...


    Ich denke, am Ende wird es darauf hinauslaufen, dass ich vor allem im Winter immer so bis ca. 30 % runtergehe, damit ich die Vorklimatisierung nutzen kann und dann bis 100 % lade. Wenn ich dann halt nach 8 Jahren nur noch 80 % SoH habe, so what. Deswegen ist das Auto nicht kaputt.

    Kia ProCeed GT von 04/2024-04/2026 (Leasing). Seit 29.04.2026 stolzer Besitzer eines Seal Excellence

  • Danke schonmal für die Einschätzungen.


    Mir geht es konkret auch gar nicht so sehr um die Frage, -100% laden oder nicht, sondern eher:


    Ist es spürbar "schlechter", wenn bspw. jeden Tag eine Ladung gestartet wird, gegenüber 3x die Woche.


    Dazu kommt, dass ich gelesen habe, dass man auch ca. alle drei Monate auch von unter 10% auf 100% voll laden sollte. Ist das korrekt? Das kann ich natürlich ausser der Reihe locker machen.


    LG

    Marcel

    BYD Seal Excellence - MY 2026 - Indigo Grey / Schwarz

  • Es ist egal, wenn du täglich lädst. Es gibt hier einen User, der macht soviel km, dass er täglich zumindest 1x laden muss.


    Was nicht gut wäre und bei dir nicht zutreffend ist, wäre den Akku auf 100% laden und dann längere Zeit herum stehenlassen.


    Das Aufladen von unter 10% auf 100% in einem Durchgang alle 3 Monate dient dem Lernen des BMS. Da kann man ab 100% den Akku gerne noch paar Stunden angesteckt lassen, um das Balancing der einzelnen Zellen zu ermöglichen.

    Seal AWD Excellence Ice Blue / Tahiti Blue, Erstzulassung 01/2025. Servus aus Oberösterreich

  • Wie Icefeldt schon geschrieben hat…..nahezu egal. BYD behandelt die bisherigen/alten Modelle bezüglich des BMS sehr konservativ. Im Grundsatz gilt….je langsamer, desto besser. Allerdings gibt es auch Berichte über ausschließliches Schnellladen (zB Taxen usw) und sehr hohen Laufleistungen. Das Problem beim LFP ist eher das Alter bzw die Zeit an sich, vollkommen unabhängig von den Ladegewohnheiten. Mit PV und zB Überschussladen lädst du das Auto meistens mit viel weniger Leistung als den maximal möglichen 11 kW bei AC. Das ist alles kein Problem. Die Lebensdauer ist ja nicht umsonst in Ladezyklen angegeben, wobei es da nicht um die Anzahl der Ladungen an sich geht, sondern um die mehr oder weniger hohe Anzahl der kompletten Auf und Entladungen. Wenn du ganz auf Nummer Sicher gehen willst….lade so selten wie möglich mit der geringstmöglichen Leistung.

    🖤❤️‍🔥💛Zufriedener Fahrer eines BYD SEAL U DESIGN EV SNOW WHITE 🥰 *Summsi* 10/2024/Version 2.2.0💛❤️‍🔥🖤

    Einmal editiert, zuletzt von Treponem1909 ()

  • Ich habe noch folgendes gefunden:


    LFP-Akkus (Lithium-Eisenphosphat) gelten als die robusten Arbeitstiere unter den E-Auto-Batterien. Sie verzeihen im Alltag deutlich mehr als die klassischen NMC-Akkus (Nickel-Mangan-Cobalt) – haben aber auch zwei ganz spezifische Eigenheiten, auf die man achten sollte.

    Hier sind die wichtigsten Regeln und Fakten für den Umgang mit einem LFP-Akku:

    1. Regelmäßig auf 100 % laden ist Pflicht

    Während man herkömmliche NMC-Akkus im Alltag nur bis 80 % laden sollte, um sie zu schonen, gilt bei LFP das Gegenteil: Lade ihn mindestens einmal pro Woche oder alle paar Ladevorgänge voll auf.

    • Der Grund: LFP-Akkus haben eine extrem flache Spannungskurve. Das bedeutet: Egal ob der Akku zu 40 % oder zu 70 % voll ist, die Zellspannung bleibt fast identisch. Für das Batteriemanagementsystem (BMS) des Autos ist es deshalb extrem schwer zu schätzen, wie viel Energie noch genau im Akku ist.
    • Der Effekt: Erst wenn der Akku die 100 % erreicht, springt die Spannung deutlich an. Das Auto nutzt diesen Punkt quasi als "Nulllinie", um den Ladestand (SoC) neu zu kalibrieren. Lädst du nie auf 100 %, kann es passieren, dass die Reichweitenanzeige ungenau wird und das Auto plötzlich bei angezeigten 10 % einfach ausgeht.

    2. Das "Winter-Problem" kennen

    LFP-Chemie mag Kälte überhaupt nicht. Wenn die Temperaturen Richtung Gefrierpunkt oder darunter sinken, laufen die chemischen Prozesse im Akku deutlich langsamer ab.

    • Beim Laden: Ein eiskalter LFP-Akku nimmt am Schnelllader (DC) extrem wenig Leistung an. Wenn dein Auto eine Akku-Vorkonditionierung hat (manuell oder automatisch über die Navigation zur Ladesäule), solltest du diese im Winter unbedingt nutzen.
    • Beim Fahren: Der Innenwiderstand des Akkus ist bei Kälte höher, was den Verbrauch im Winter spürbar nach oben treibt und die Reichweite temporär einschränkt.

    3. Keine Angst vor dem "Memory-Effekt" oder Degradation

    In Sachen Haltbarkeit schlägt LFP fast jeden anderen Akkutyp:

    • Extreme Zyklenfestigkeit: Während NMC-Akkus oft nach ca. 1.000 bis 1.500 Ladezyklen spürbar abbauen, schaffen LFP-Zellen locker 3.000 bis zu 5.000 Zyklen, bevor die Kapazität nennenswert sinkt. Auf die Lebensdauer eines Autos hochgerechnet bedeutet das, dass der Akku das Fahrzeug oft überlebt.
    • Sehr sicher: LFP-Akkus sind thermisch extrem stabil. Selbst bei mechanischer Beschädigung neigen sie im Gegensatz zu NMC-Akkus praktisch nicht zum thermischen Durchgehen (sie brennen extrem selten und explodieren nicht).

    Zusammenfassung für den Alltag: Steck das Auto im Alltag ruhig so oft es geht an und lass es bedenkenlos vollrechnen. Im Winter solltest du auf der Langstrecke das Laden via Navi vorausplanen, damit der Akku rechtzeitig warm wird und am Schnelllader nicht schleicht.

  • Weiterhin vielen Dank für die Antworten - super hilfreich.


    Letzte Frage noch: Das kalibrieren des BMS.. Das passiert also nicht, wenn ich egal aus welchem SoC auf 100% lade (wie ich bisher dachte), sondern sollte eher bei einem SoC unter 10% beginnen?

    BYD Seal Excellence - MY 2026 - Indigo Grey / Schwarz